Vergesellschaftung

Die Zusammenführung von Kaninchen muss durchdacht und vorbereitet werden.

Auf keinen Fall sollte das neue Tier einfach zum anderen in das Gehege gesetzt oder Käfige nebeneinander gestellt werden. Durch das Riechen entwickeln sich Aggressionen, welche sich anstauen und nicht ausgetragen werden können.

Die Zusammenführung sollte wenn möglich in einem neutralen Raum geschehen, welcher ca. 6 – 8 Quadratmeter gross ist. Es soll Versteckmöglichkeiten mit 2 Ausgängen haben sowie verschiedene Futterstellen. Die allenfalls schon vorhandene Einrichtung muss mit Essigwasser heiss gewaschen werden um den Duft zu neutralisieren. Frische Äste und Heu werden verteilt.

Der erste Kontakt kann sehr verhalten sein, da die Tiere sich erstmals nicht füreinander interessieren. Sie nähern sich nur allmählich. Geduld ist die erste Priorität und es kann mehrere Tage oder sogar Wochen dauern. Andererseits kann es vom ersten Moment zu Kämpfen kommen: sie rennen sich hinterher und es fliegt Fell. Sicherheitshalber sollte das Fell regelmässig auf mögliche Bisswunden abgesucht werden. Aber solange keine Verletzungen vorhanden sind sollten Sie die Tiere niemals trennen!

Für uns Menschen sieht es meistens schlimmer aus als es für die Tiere ist: Rangordnungsklärungen sind auch bei Wildkaninchen in freier Natur völlig normal. Müssen die Tiere wider Erwartens infolge Verletzungen getrennt werden, dann sollten sie mind. 2 Wochen lang keinen Sicht- und Geruchskontakt haben, ehe mit einer neuen Vergesellschaftung im neutralen Revier begonnen werden kann.

Auch die Transportboxmethode ist eine Möglichkeit. Das heisst aber noch zusätzlichen Stress für die Tiere. Es ist aber hilfreich wenn es mit der oben erwähnten Methode nicht funktioniert. Man packt die Tiere zusammen in eine leere Transportbox und geht ca. 20 Minuten Autofahren. Da jetzt beide dem Stress vom Autofahren ausgesetzt sind, werden sie sich zusammenraufen.

Erst wenn die Tiere mehrere Tage friedlich miteinander leben und schon zusammen kuscheln, können sie wieder ins gewohnte Umfeld zurück. Auch dieses muss gereinigt und neu strukturiert werden. Trotzdem kann es auch nach dem Umzug ins gewohnte Revier nochmals zu Auseinandersetzungen kommen.

Die Grösse der Kaninchen spielt keine Rolle, es soll jedoch auf die Charaktere geachtet werden: zwei stark dominante Tiere werden eher Probleme miteinander haben. Die idealste Voraussetzung ist ein kastriertes Männchen (Rammler) und ein Weibchen (Häsin oder Zibbe). Auch gleichgeschlechtliche Paare können funktionieren. Die Männchen müssen zwingend kastriert sein, ansonsten kommt es zu unschönen Kämpfen und die Trennung ist die Folge.

Grössere Gruppen können in jeglicher Konstellation gut harmonieren. Die einzelnen Charaktere der Tiere spielen eine grosse Rolle.

Bei Fragen oder Hilfe vor Ort stehen wir gerne zur Verfügung: siehe Kontakt

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